Monatsübersicht April 2022

Hallo liebe Leser,

 

Der April ist vorbei und es mehren sich immer drastischer die Zeichen von Krise – wirtschaftlich wie leider auch ganz besonders humanitärer Natur.

 

1) Vorwort

2) Depotübersicht

3) Dividendenausschüttungen / Dividendensteigerungen / Dividendenkürzung?

4) Zukäufe / Abgänge

5) Bewertung der Ergebnisse / Zielerreichung

6) Ausblick auf den Mai 2022

7) Schlusswort

 

1) Der Krieg in der Ukraine verschärft nun weiter die bekannten Probleme wie den Druck auf die Lieferketten, die steigende Inflation, den steigenden Ölpreis, die Verknappung bestimmter Lebensmittel und die weiterwachsende Immobilienblase. Die FED reagiert immerhin auf die Inflation, indem der Leitzins angehoben wird – erwartet wird nun eine Erhöhung bis Jahresende auf ca. 3,0 %. Die EZB zeigt leider immer mehr die fehlende Bereitschaft, sich auf ihre Aufgabe zu konzentrieren, nämlich die Währungsstabilität. Es bleibt auch weiterhin bei der Niedrigzinspolitik und auch noch zusätzlichen Anleihenkäufen – das ist ungefähr so, als wenn man zum Löschen eines Großbrands Benzin verwenden würde. Der Hintergrund ist, dass die EU eine Gemeinschaftswährung hat und Länder mit hohen Schulden schnell in die Staatspleite rutschen werden. Allerdings ist das eine Aufgabe, die die Politik zu lösen hat und eben nicht die Zentralbank. Es wird zu einer Rezession kommen, allerdings hat die FED erkannt, dass man nicht zusätzlich auch noch eine Inflation obendrauf erhalten möchte. Glücklicherweise hat Frankreich bei der kürzlich stattgefundenen Wahl den Rechtsruck vermieden und bleibt der EU treu.

 

2) Depotübersicht

Zum 30.04.2022 weist mein Depot einen Wert von 19.441 Euro auf. Damit ist der Depotwert im Vergleich zum Vormonat um 3,49 % gesunken. Bereinigt um die Abzüge (genaueres unten) bleibt ein Gewinn von 0,63%.

Hier nun meine Depotaufteilung:

Ich habe weiterhin ein hohes Klumpenrisiko im BDC- und REIT-Bereich, aber mir persönlich ist die attraktiv hohe Dividende dieses Risiko wert. Aus meiner Sicht überzeugen die Unternehmen durch solide Geschäftsmodelle. Außerdem befinde ich mich noch in der Aufbauphase vom Depot und möchte eine starke Performance auf die Straße bringen. Mit der Zeit werde ich aber die Branchen breiter diversifizieren.

 

3) Folgende Unternehmen haben mir im April eine Dividende gezahlt

Name

Dividendenausschüttung [EUR]

AGNC

6,25

Armour Residential

3,65

Bank of Nova Scotia

5,50

Gladstone Commercial

13,96

Main Street

27,94

Sixth Street

17,03

W.P. Carey

14,03

Summe

88,36

 

Dividendenerhöhung:

keine

 

4) Zugänge

Name

Kaufpreis [EUR]

Anzahl

Dividendenrendite [%]

Wert [EUR]

Imperial Brands

50

2,55

8,15

50,00

Gladstone Commercial

50

2,50

6,59

50,00

Main Street Capital

100

2,59

5,44

100,00

Sixth Street Speciality

20,50

23,00

8,56

471,50

Summe

671,50

Es wurden meine Sparpläne über je 50 Euro bei Gladstone Commercial und Imperial Brands, sowie der Sparplan über 100 Euro bei Main Street Capital ausgeführt. Zudem kam es zu einem Teilverkauf mit anschließendem Rückkauf von Sixth Street.

 

Abgänge:

HochTief: 11 Stk. zu 60,74 € = 668,14 € (komplette Position)

AbbVie: 2 Stk. zu 144,22 € = 287,44 € (komplette Position)

Sixth Street Speciality: 22 Stk. zu 21,77 € = 478,94 € (Teilverkauf)

Ich hatte leider eine ungeplante größere Investition zu stemmen und musste mich im Zuge dessen von einigen Positionen trennen, um ca. 1.400 € abzuschöpfen. Ich habe mich für Hochtief entschieden, da die Baubranche in den nächsten Jahren eher weniger Aufträge erhalten dürfte (Krise in China, steigende Baukosten und steigende Zinsen). Zudem habe ich meine beiden AbbVie-Aktien wieder abgestoßen, da sich die Position als noch zu klein und eher verschmerzbar angefühlt hat, außerdem ist der Kurs etwas heiß gelaufen und ich konnte die Gewinne gerne mitnehmen. Dann hat es einen Teil meiner Sixth Street Aktien erwischt, da ich in nächster Zeit hier wieder nachkaufen möchte und der Kurs nur moderat über meinem Einkaufskurs liegt, also alles gut. Natürlich sind solche Aktionen nicht gerade ein gutes Beispiel für den Umgang mit Aktien, da es langfristige Positionen sein müssen. Ich hatte einfach Glück, mich in einer komfortablen Situation mit Gewinnmitnahmen befunden zu haben. Sixth Street habe ich mittlerweile wieder zu einem leicht günstigeren Kurs zurückgekauft, daher sind gedanklich nur noch die beiden Verkäufe von HochTief und AbbVie mit insgesamt 955,58 € als verringerter Depotwert zu verbuchen.

 

5) Bewertung der Ergebnisse / Zielerreichung

Der Depotstand zum Jahresende 2022 soll 12.300 Euro betragen. Mein aktueller Depotstand beträgt 19.441 EUR. Die Zielerreichung beträgt derzeit also 158,06 %. Mein Ziel ist damit bereits erreicht.

Die monatlichen Dividenden sollen derzeit 75,00 Euro betragen. Im April habe ich mit 88,36 Euro mein Ziel zu 117,81 % erreicht. Mein Zielwert zum Jahresende beträgt 900,00 Euro. Das ist natürlich sehr sportlich, aber ich mag Herausforderungen. Der aktuelle €/$-Wechselkurs beträgt 1,07. Ein starker Dollar bringt mir eine höhere Dividendenauszahlung, aber die US-Aktien kaufe ich dafür teurer ein. Auf lange Sicht gleicht sich dieser Effekt ungefähr aus.

 

Einnahmen im April 2021: 32,60 Euro

Einnahmen im April 2022: 88,36 Euro

Jahr-zu-Jahr Steigerung: +271,04 %

 

Gesamtwert: 19.441 Euro / Zielwert: 12.300 Euro (158,06 % Zielerreichung)

Dividenden: 389,55 Euro / Zielwert: 900,00 Euro (43,28 % Zielerreichung)

 


 

6) Ausblick

Es gibt immer stärkere Forderungen aus der EU und sogar Deutschland (!) mit sofortiger Wirkung ein Öl- & Gasembargo gegen Russland zu verhängen. Die Konsequenzen gerade für Deutschland sind allerdings extrem schwer vorhersehbar und dürften wahrscheinlich ziemlich dramatisch ausfallen, da die Vorprodukte aus der chemischen und pharmazeutischen Industrie dann nicht mehr herstellbar wären und riesige Folgeschäden nach sich ziehen. Es ist aus meiner Sicht auch gar nicht einkalkuliert, dass die betroffenen Firmen ihre Standorte wohl nicht mehr in Deutschland halten werden. Wer sich so abhängig von einem Lieferanten macht, ist in der Folge erpressbar – genau das erleben wir gerade. Inflation und Gasembargo zusammen dürften für den Standort Deutschland schwere Konsequenzen haben, was die Wirtschaftskraft stark beeinträchtigen wird. Ich werde daher in nächster Zeit keine Firmen mit Sitz oder großer Produktion in Deutschland ins Depot holen (z.B. BASF).

 

7) Schlusswort

Der April 2022 ist schon wieder rum. Mein Depot wächst weiterhin und es macht Spaß, jeden Monat die Dividenden ausgeschüttet zu bekommen. Gerade in der aktuellen Marktphase erkennt man die große Stärke meiner Strategie, da ich durch Nichtstun Zahlungseingänge habe – ein schönes Gefühl.

 

Vielen Dank für eure Zeit und bleibt gesund!

Euer MrTott

 

 

 

Broker:

Ich nutze derzeit ausschließlich den mobilen Broker Trade Republic. Jeder Trade kostet 1 €, was aus kostentechnischer Sicht (gerade bei größeren Investitionen) sehr günstig ist. Sparpläne sind bereits ab 10 € monatlich möglich und kosten nur bei der Erstellung einmalig 1 €. Zudem war mir wichtig, dass der Firmensitz in Deutschland (Berlin) ist. Die Partnerbank ist die solarisBank mit einer Vollbanklizenz und der üblichen Einlagensicherung. Doppelbesteuerung für ausländische Firmen wird in der Regel automatisch vermieden, was ich ebenfalls als sehr praktisch empfinde. Die Bedienung ist sehr einfach und übersichtlich. Der Nachteil ist, dass es bislang noch keine Desktopanwendung gibt – dies ist seit Oktober 2021 Geschichte, da es nun eine Desktop-Version gibt! Wer das ganze ausprobieren möchte, kann gerne den folgenden Link benutzen und erhält 15 € Startguthaben. Ich bekomme den gleichen Betrag und so unterstützen wir uns gegenseitig.

 

Spende:

Falls euch meine Arbeit gefällt und ihr mir gerne Danken wollt, habe ich einen Spendenbutton (linke Seite) eingerichtet. Dies ist als eine Art „Kaffeekasse“ zu sehen und definitiv nicht verpflichtend. Der Hintergrund ist, dass ich gefragt wurde, wie man mir Gutes tun kann und ein Besuch mit einem persönlichen Käffchen aufgrund der Entfernung leider nicht immer möglich ist.

 

Haftungsausschluss:

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Kommentare

  1. Du schreibst zu Sparplänen bei Trade Republic "Sparpläne sind bereits ab 10 € monatlich möglich und kosten nur bei der Erstellung einmalig 1 €."
    Woher stammt die Info, dass die Sparplan-Erstellung etwas kostet?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,
      diese Info stammt aus meiner eigenen Erfahrung.
      Ich habe damals bei meiner Sparplanerstellung für alle drei laufenden Pläne eine einmalige Gebühr von 1,00 € pro Sparplan abgerechnet bekommen. Die Info von TR ist also nur halb korrekt, da alle folgenden Abbuchungen kostenfrei sind, solange der Betrag nicht geändert wird.

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